Konzept Situation

Die Schwägalp wird überragt durch die eindrückliche Erhebung des Säntis mit seinen steil abfallenden Felswänden. Diese bildet den Hintergrund für die voralpine, sanfte Hügellandschaft mit ihren losen Fichtenwäldern und den weitläufigen Alpweiden. In diesem Spannungsfeld steht auch der Neubau auf der Schwägalp, welcher trotz seiner Grösse auf das natürliche, geschützte Umfeld Rücksicht nimmt und sich in den bestehenden Kontext einbindet. Es galt, insbesondere den landschaftspflegerischen Anliegen nach weniger versiegelter Fläche und einer gestalterischen Aufwertung Rechnung zu tragen. Neben diesen übergeordneten Elementen spielten für das Projekt aber auch die funktionsbedingten Abhängigkeiten und Beziehungen der unterschiedlichen Nutzungsteile zueinander eine zentrale Rolle. Die neue Anlage muss einerseits den Bedürfnissen des Tagestourismus gerecht werden und anderseits einen ruhigen Ort für Hotelgäste und Tagungsteilnehmer schaffen.

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Projektbeschrieb

Auf der Schwägalp entstand ein neues Gebäudeensemble, welches Räumlichkeiten für Gästeberatung, Gastronomie, Hotellerie, Tagungen, Infrastruktur und Logistik beinhaltet. Die neue Anlage besteht zum einen aus dem Erdgeschoss-Sockelbau, in welchem die Tagesgastronomie, ein Shop, ein Beratungsbereich mit Billettschalter sowie im unteren Bereich die Anlieferung und Logistik untergebracht sind. Hier liegt auch der offene Eingangsbereich mit der Bushaltestelle und direkten Zugängen ins Gebäudeinnere oder auf die Publikumsterrassen. Zum anderen ruht auf dem künstlich geschaffenen Sockelbau der eigentliche Hoteltrakt, welcher als Hochbau mit einer Holzfassade 67 Zimmer, einen Tagungsbereich für Seminare, Bankette und Veranstaltungen sowie einen Wellnessbereich umfasst. 
Die Tragstruktur des siebengeschossigen Neubaus wurde als Betonskelettbau mit Stahlbetondecken auf Wänden und Stützen, ebenfalls aus Stahlbeton, ausgeführt. Die Wände im Erschliessungsbereich wurden mit sägerohen Brettern geschalt, was den Ansprüchen an eine strapazierfähige Oberfläche gerecht zu werden vermag.

BIM Digitalisierung
Das Dachgeschoss wurde aufgrund der geometrisch anspruchsvollen Form des Daches mithilfe eines 3D Modells geplant. Dabei konnten erste Erfahrungen im Bereich BIM-Prozess gesammelt werden.

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Facts & Daten

Bauherr Säntis-Schwebebahnen AG, 9107 Schwägalp
Projektleitung Schällibaum AG - Florian Schällibaum
Ausführung 2013 - 2015
Baukosten CHF 42 Mio. (BKP 1-9)
Leistungen Architektur-, Ingenieur- und Geomatikleistungen
Projektierung bis Ausführung
3D Planung Rohbau Dachgeschoss 
BIM

Lichtkonzept

Das Tageslicht auf der Schwägalp wird durch die Verschattung des Säntismassivs sowie sich schnell verändernde Wetterlagen geprägt. Grossflächige Fenster fluten die Räume mittels Tageslicht und gewähren atemberaubende Ausblicke auf die Felswände des Säntis. Daneben wird der künstlichen Beleuchtung spezielle Beachtung geschenkt. Das Kunstlicht muss den funktionellen Ansprüchen Rechnung tragen, für ein ansprechendes Ambiente sorgen und unterschiedliche Materialien, Farben und Strukturen in Szene setzen. Grosse Leuchtkörper übernehmen auch in der Gliederung hoher Räume eine wichtige Funktion.